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Talssohle scheint durchschritten

Vostandsvorsitzender des Verband für Sensorik + Messtechnik Peter Krause
Vostandsvorsitzender des Verband für Sensorik + Messtechnik Peter Krause

Die Sensorik- und Messtechnikbranche startet mit vorsichtiger Zuversicht ins Jahr 2026.

 

Der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V. schätzt die aktuelle Lage ein – und macht deutlich: Die Erholung ist real, aber sie bleibt fragil.

Die Ergebnisse der Quartalsumfrage für das dritte Quartal 2025 zeigen eine spürbare Stabilisierung.
Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorquartal um sieben Prozent, im Vergleich zum Vorjahresquartal um sechs Prozent. Auch die Auftragseingänge legten um sieben Prozent zu, das Book-to-Bill-Ratio von 1,02 signalisiert einen leichten Nachfrageüberhang.

Für das vierte Quartal erwarten die Unternehmen ein weiteres Plus von rund drei Prozent.

 

Doch hinter diesen Zahlen steht kein flächendeckender Aufschwung. Elf Prozent der Mitgliedsunternehmen meldeten im dritten Quartal Kurzarbeit an. Wachstum und Zurückhaltung existieren nebeneinander – ein Spiegelbild der heterogenen Branchenstruktur und unterschiedlicher Dynamiken in einzelnen Marktsegmenten.

 

Peter Krause, Vorstandsvorsitzender des AMA Verbands und selbst Unternehmer eines mittelständischen Sensorikunternehmens, bringt diese Ambivalenz auf den Punkt:


„Als Unternehmer erlebe ich täglich, wie anspruchsvoll das aktuelle wirtschaftliche Umfeld ist. Umso ermutigender sind die verbesserten Zahlen aus dem dritten Quartal. Gleichzeitig wissen wir alle, dass diese Entwicklung noch keine Entwarnung bedeutet.“

 

Gerade für den Mittelstand seien Investitionsentscheidungen derzeit mit besonderer Sorgfalt zu treffen.


„Innovationen, Automatisierung und Effizienz sind keine Schlagworte, sondern konkrete Voraussetzungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, betont Krause.

 

 

Internationale Ausrichtung als Erfolgsfaktor 

Hier sieht er den Verband in einer klaren Rolle: als Netzwerk, Impulsgeber und Plattform für Austausch.

Die internationale Ausrichtung bleibt dabei ein zentraler Erfolgsfaktor – und zugleich eine Herausforderung.

Mit einem Exportanteil von rund der Hälfte des Gesamtumsatzes ist die Branche stark global vernetzt.

Europa, Nordamerika und China zählen zu den wichtigsten Absatzmärkten. Handelshemmnisse, regulatorische Anforderungen und schwankende Nachfrage in den Zielindustrien gehören deshalb weiterhin zu den größten Herausforderungen.

 

 

Digitalisierung und IT-Sicherheit 

Gleichzeitig zeigt sich die Branche technologisch gut aufgestellt. IT-Sicherheit ist für die überwiegende Mehrheit der Unternehmen inzwischen fest verankert. Auch der Einsatz Künstlicher Intelligenz gewinnt an Bedeutung – insbesondere in Marketing und Kommunikation, in Forschung und Entwicklung sowie zunehmend in Produkten und Dienstleistungen selbst. Automatisierung, Digitalisierung und nachhaltige Produktionsprozesse gelten als zentrale Wachstumstreiber.

 

Wie viel Innovationskraft in der Branche steckt, zeigt auch der AMA Innovationspreis 2026: 13 Einreichungen, überwiegend von Ausgründungen und Start-ups, unterstreichen die Dynamik.

Die Nominierungen werden am 3. März bekannt gegeben, die Preisverleihung erfolgt zur Eröffnung der SENSOR+TEST am 9. Juni 2026 in Nürnberg.

 

Für Peter Krause steht dabei eines im Mittelpunkt: der persönliche Dialog.

 

„Gerade in bewegten Zeiten ist der direkte Austausch von besonderem Wert. Nutzen wir die Plattformen des AMA aktiv – sie bieten nicht nur Orientierung, sondern auch konkrete Chancen für Kooperationen und neue Geschäftsentwicklungen.“

 

 

Insgesamt befindet sich die Sensorik- und Messtechnikbranche in einer Phase der Konsolidierung.
Die Talsohle scheint durchschritten, doch die Dynamik bleibt moderat. Ob sich aus der aktuellen Stabilisierung ein nachhaltiger Aufschwung entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Nachfrage in den Anwenderindustrien dauerhaft belebt und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verlässlicher werden.

Der AMA Verband will diesen Prozess aktiv begleiten – mit Zahlen, Netzwerk und klarer Stimme für die Branche.