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IPHT gewinnt Thüringer Forschungspreis

Der Thüringer Forschungspreis 2019 geht nach Jena: Für einen Schnelltest zur Erkennung von Infektionserregern und deren Antibiotika-Resistenzen wurde ein Forscherteam des Leibniz-IPHT, der Friedrich-Schiller-Universität und des Universitätsklinikums Jena am 8. April 2019 in der Kategorie „Angewandte Forschung“ ausgezeichnet. Mit dem laserbasierten Verfahren können Bakterien und ihre Resistenzen direkt diagnostiziert werden: In 3 Stunden liegt das Ergebnis vor, auf das Mediziner mit derzeitigen Methoden bis zu 3 Tage warten müssen. Der Test ermöglicht es Ärzten, Infektionen zielgenau zu therapieren und könnte so einen entscheidenden Beitrag leisten im Kampf gegen resistente Keime.
 
Immer öfter infizieren sich Menschen mit Keimen, gegen die verfügbare Antibiotika nicht mehr helfen. Solche resistenten Keime gefährden Menschen weltweit. Denn sie könnten dazu führen, dass von Krankheiten, die heute gut zu behandeln sind, in naher Zukunft wieder eine tödliche Gefahr ausgeht und scheinbar einfache Routineeingriffe zum unkalkulierbaren Risiko werden. Die Ursache ist ein Teufelskreislauf: Weil es an schnellen Verfahren für die Diagnose fehlt, werden Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Infektionen unter Zeitdruck zunächst mit Breitband- oder Reserveantibiotika behandelt. In der Folge treten immer mehr Resistenzen auf, auch gegen Reserveantibiotika. Diese Substanzen werden zunehmend wirkungslos — und die Resistenzlage verschärft sich weiter. 


Ein Wissenschaftlerteam des Leibniz-IPHT, der Friedrich-Schiller-Universität und des Universitätsklinikums Jena hat eine Lösung erforscht mit dem Potential, die Infektionsdiagnostik zu revolutionieren: einen laserbasierten Schnelltest, der Ärztinnen und Ärzten in kürzester Zeit die entscheidenden Informationen liefert, um mit der optimalen Behandlung zu starten. Mit dem RAMANBIOASSAYTM können Bakterien und Resistenzen innerhalb von 3 Stunden diagnostiziert werden. Bei derzeit angewandten mikrobiologischen Verfahren müssen Mediziner bis zu 3 Tage auf das Ergebnis warten. 
Die Alternative der Jenaer Forscher ist schnell, kostengünstig und universell einsetzbar: ein Chip, der ein Labor ersetzt. Wenige Tropfen einer Patientenprobe genügen, damit Ärzte Krankheitserreger und Antibiotika-Resistenzen einfach ablesen können. 
„Eine potentiell lebensrettende Entwicklung. Mit Potential sowohl für den einzelnen Patienten als auch für das Gesundheitssystem“, urteilt Prof. Michael Bauer, der am Uniklinikum Jena die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin leitet: „Sie könnte helfen, uns aus der Resistenz-Misere zu befreien.“

Quelle Text+Bild: IPHT Leibniz Institut für Photonische Technologien