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Unternehmer des Jahres 2018

Der Geschwendaer Firmengründer und Geschäftsführer des ELMUG-Mitglieds UST Umweltsensorik GmbH Dr. Olaf Kiesewetter wurde mit dem BVMW-Mittelstandspreis „Unternehmer des Jahres 2018“ im Ilm-Kreis geehrt.

 

Kiesewetter hatte 1991 die UST Umweltsensortechnik GmbH in seinem Heimatort Geschwenda gegründet und mit großer Innovationskraft zu einem bedeutenden Hersteller von Temperatursensoren, Gassensoren und Geräten zur Detektion von Gasen geführt.

Das Erhalten der Prosperität ist die hohe Schule des Unternehmertums

 

Insbesondere darauf bezog sich Professor Augsburg bei seiner Laudatio, wenn er die Gründung eines Unternehmens mit einem Sprung in einen Teich verglich, aber das Erhalten der Prosperität als die eigentlich hohe Schule des Unternehmertums hervorhob. Der Laudator, der von sich behauptete, gar kein richtiger Professor zu sein, weil er zu lange in der Industrie tätig war, und auch keine richtige Vorlesung halten könne, belehrte seine Zuhörer eines Anderen. Er unterstrich die Verdienste Kiesewetters als Unternehmer, als Netzwerker in der Wirtschaft, aber auch als Förderer von Sport und Kultur, der in seinem Heimatort tief verankert ist. Die UST Umweltsensortechnik GmbH sah er längst global aufgestellt und doch in regionalem Handeln immer auf dem Boden der Heimat. Allein solch verantwortungsvolles Handeln verdiene diese Auszeichnung, die Olaf Kiesewetter übrigens bereits zum zweiten Mal erhält.

Augsburg sprach von der Risikobereitschaft des Unternehmers, die die Familie gezwungenermaßen mittragen müsse, als „kurzzeitiger Sieg des Idealismus über den Materialismus, bevor die Materie später erbarmungslos zuschlägt“. Dies galt auch für die Kiesewetters zur Zeit der Gründung, und das gilt bis heute. Geht es doch nun darum, die Unternehmensnachfolge in der Familie zu gewährleisten, was ebenso geschafft wurde. Im Unternehmertum sah er Menschen am Wirken, die mit verschiedenen physikalischen Begriffen konfrontiert sind, die in der Wirtschaft ebenso bedeutsam sind: Dynamik, Arbeit, Leistung. Dies alles zusammenzuführen, mit Innovation sowie mit guter Führung der Mitarbeiter zu verbinden, erfordere den vollen Einsatz des Unternehmers.

Mittelständische Unternehmer sind das Rückgrat des wirtschaftlichen Erfolgs im Ilm-Kreis

In diesem Sinne sprach sich auch Landrätin Petra Enders für weitere Gründungsoffensiven aus und dafür, herausragendes Engagement und verantwortungsvolle unternehmerische Arbeit wie die von Olaf Kiesewetter stärker öffentlich zu würdigen. Sie unterstrich die besondere Rolle von Unternehmern in der Gesellschaft, die mit ihrer Kreativität und Schaffenskraft auch das Rückgrat des wirtschaftlichen Erfolgs im Ilm-Kreis seien.


Der Ausgezeichnete hielt es mit seinem Laudator und bedankte sich mit einer kurzen erfrischenden Ansprache. Eigentlich wollte er Chemie studieren, hätte dann aber seine Heimat verlassen müssen und nahm lieber ein Studium in Ilmenau auf. Eigentlich habe er Professor werden wollen, doch da hätte er sich mit zu viel Schreibkram befassen müssen. So ging er lieber in die Industrie, welche in seinem Fall Thermometerwerk Geraberg hieß. Dort habe er die hohe Bedeutung von Erfindungen schätzen gelernt. Und so wollte er unedingt Erfinder werden und wurde es auch. Nach dem Umbruch 1990 wollte er eigentlich nicht Unternehmer werden: „Ich bin nicht selbst gesprungen, ich wurde geschubst.“ Aus den Überresten des Thermometerwerks entstand eine Reihe neuer Unternehmen. Die UST Umweltsensortechnik GmbH, die Olaf Kiesewetter 1991 mit einigen Weggefährten gründete, war eines davon. Mit fünf Mitarbeitern hat er damals begonnen, mehr als 160 Beschäftigte zählt sein Unternehmen auf dem Geschwendaer Gewerbegebiet heute. Ein Erfolg, dem Ehre gebührt.