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BMBF: Nanosicherheitsforschung zu innovativen Materialien


 

Um den gesamten Prozess von der Materialherstellung über die Verarbeitung und Fertigung bis hin zur Anwendung in prototypischen Bauteilen verantwortungsvoll zu begleiten, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen seines Materialforschungsprogramms „Vom Material zur Innovation“ Aktivitäten zur sicheren Gestaltung von neuen Materialien über den gesamten Lebenszyklus.

 

Mit der neuen Richtlinie „NanoCare4.0 – Anwendungssichere Materialinnovationen“ innerhalb dieses Forschungsprogramms sollen Verbundprojekte im Themenfeld der Nanosicherheitsforschung unterstützt werden.


Zuwendungszweck und Gegenstand der Förderung


Ziel der geförderten Projekte soll es sein, die Aus- und Wechselwirkungen von neuartigen synthetischen Nanomaterialien und innovativen Materialien mit kritischen Morphologien im nano- und mikroskaligen Bereich auf den Menschen und die Umwelt zu erforschen, um die Materialien anwendungssicher und umweltfreundlich zu gestalten. Schwerpunkte liegen in der Früherkennung und Vorhersage von Materialrisiken, der Entwicklung von intelligenten Messstrategien und der Erforschung des Gesamtsystems, um ein sicheres Materialdesign sowie eine nachhaltige Produktion und Anwendung zu erreichen.


Gegenstand der Förderung sind dabei FuE-Arbeiten im Rahmen von Verbundprojekten, die Forschungsarbeiten zur Sicherheit von Materialien adressieren.


Gefördert werden vorzugsweise industrielle Verbundprojekte, die ein arbeitsteiliges und multidisziplinäres Zusammenwirken von Unternehmen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen erfordern. Insbesondere sollen branchenübergreifende Entwicklungen und Untersuchungen verfolgt werden, um einen besseren Erfahrungsaustausch bzw. Wissenstransfer zu erreichen und Doppelentwicklungen zu vermeiden.


Im Fokus der Förderung stehen die nachfolgend genannten Schwerpunkte:

 

Sicherheitsrelevante Effekte und Nanoeffekte im Gesamtsystem

  • Untersuchung auf ihre human- und/oder ökotoxikologische Wirkung

Vorhersage und Modellierung von toxikologischen Wirkungen

  • Vorhersage von öko- und humantoxischen Wirkungen nano- und mikroskaliger Materialien
  • Vorhersage der umgebungsabhängigen Materialeigenschaften
  • Erforschung der oralen Aufnahme von Nanomaterialien und Entwicklung von fortgeschrittenen Modellen des Magen-Darm-Trakts
  • Weiterentwicklung von Hypothesen und Modellen zur Bewertung von Gesundheitsrisiken

Weiterentwicklung von intelligenten Teststrategien und quantitativen Messmethoden

  • nanospezifische Messverfahren und -strategien zur Charakterisierung und Bewertung der Risiken von Materialinnovation
  • Weiterentwicklung von Prüfmethoden zur Charakterisierung und Bewertung der Freisetzung von nanoskaligen Materialien in komplexen Systemen
  • Weiterentwicklung von toxikologischen Prüfstrategien, die möglichst unabhängig von tierexperimentellen Untersuchungen sind
  • Entwicklung von Verfahren zum Screening von Gesundheits- und Umweltwirkungen innovativer Materialien

 

Zuwendungsempfänger


Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben, Hochschulen oder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.


Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, kann neben ihrer institutionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden.


Die Beteiligung von KMU ist ausdrücklich erwünscht.


Zuwendungsvoraussetzungen


Förderfähig im Rahmen dieser Richtlinien sind grundlegende, anwendungsorientierte Forschungsarbeiten des vorwettbewerblichen Bereichs, die durch ein hohes wissenschaftlich-technisches Risiko gekennzeichnet sind.


Die Laufzeit der Vorhaben ist in der Regel auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt. Langzeituntersuchungen können in Ausnahmefällen bis zu fünf Jahren gefördert werden. Die Koordination der Verbundvorhaben soll − wenn möglich − durch ein Wirtschaftsunternehmen erfolgen.


Nicht gefördert werden Forschungsarbeiten, deren Ziele produktspezifische Anwendungen und Entwicklungen darstellen, Ansätze, die nicht über den Stand der Technik hinausgehen und ausschließlich literaturbasierte Studien. Zudem werden keine Themen aus den Bereichen Lebensmittel und Kosmetik gefördert. Einzelvorhaben sind nicht zulässig.


Auswahl und Entscheidungsverfahren


Das Förderverfahren ist zweistufig angelegt.

 

In der ersten Verfahrensstufe ist dem beauftragten Projektträger durch den Verbundkoordinator eine begutachtungsfähige Projektskizze bis spätestens zum 31. Januar 2018 in elektronischer Form vorzulegen.

 

Die Plattform zur Erstellung von Anträgen, Angeboten und Skizzen finden Sie hier: »


Bei positiver Bewertung werden die Interessenten in einer zweiten Verfahrensstufe unter Angabe detaillierter Informationen und der zu berücksichtigenden Auflagen, der formalen Kriterien und eines Termins schriftlich aufgefordert, jeweils einen vollständigen förmlichen Förderantrag in Abstimmung mit dem vorgesehenen Verbundkoordinator vorzulegen.

 

Die vollständige Bekanntmachung können Sie »hier« nachlesen.

 


 

Links:

https://foerderportal.bund.de/easyonline

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1432.html