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BMBF: Digitale Plattformen - Interaktive Assistenz für Menschen


 

Die vorliegende Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erfolgt auf der Grundlage des BMBF-Forschungsprogramms zur Mensch-Technik-Interaktion (MTI) "Technik zum Menschen bringen". In diesem Rahmen wurde bereits die Entwicklung verschiedenster innovativer Assistenzsysteme gefördert. Mit der Bekanntmachung möchte man die Erforschung und Entwicklung einer oder mehrerer digitaler Plattformen fördern, mit denen es möglich ist die existierenden Einzellösungen aus den unterschiedichen Bereichen bestmöglich zu kombinieren und Synergien zu nutzen, um das Optimum für den Menschen zu erreichen. Angesprochen werden v.a. Start-Ups sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU).

 

Förderziel und Zuwendungszweck

Das Forschungsprogramm "Technik zum Menschen bringen" folgt der Leitidee einer hilfsbereiten, nutzerorientierten, bedarfsgerechten und an der Menschenwürde orientierten Technik. Um das Potenzial der aktuell genutzten interaktiven Assistenzsysteme besser und nachhaltiger auszuschöpfen, sind systemübergreifende Nutzungen von Daten und Diensten notwendig. Hierbei mangelt es momentan an einer Interoperabilität zwischen einzelnen Systemen. Außerdem kommen weitere Faktoren dazu, z.B. eine für den Nutzer undurchsichtige Vielfalt an existierenden Systemen oder hohe Kosten. Mit den digitalen Plattformen, wie sie durch diese Bekanntmachung gefördert werden sollen, können Ankerpunkte geschaffen werden, die den Nutzern in verschiedenster Weise hilfreich sind. Des Weiteren sollen sie als Anlaufpunkt für den Erfahrungsaustausch der Nutzer, Entwickler und Forscher fungieren.

 

Gegenstand der Förderung

Gefördert werden neuartige und kreative Lösungen zur Erforschung, Entwicklung und Umsetzung von digitalen Plattformen für "Interaktive Assistenzsysteme für den Menschen". Diese müssen sich am Themenfeld "Gesundes Leben" des MTI-Forschungsprogramms orientieren oder sich dem häuslichen Alltag und Umfeld zuordnen lassen.In diesem Themenfeld werden medizinische Geräte und Systeme erforscht und entwickelt, die interaktiver, leichter bedienbar und effizienter sind. Die Schwerpunkte dabei bilden Mikroimplantate, Prothesen/Orthesen, körpernahe Medizintechniksysteme, Gesundheitstechnologien zur Prävention und bedarfsgerechte Pflegeinnovationen.

Zum häuslichen Alltag und Umfeld gehören Themen wie ubiquitäre Techniken mit persönlichen Assistenz- und Komfortfunktionen, vernetzte (Alltags-) Gegenstände und Technologien, die eine intuitive Interaktion ermöglichen.

Der Begriff der digitalen Plattform umfasst im Rahmen dieser Fördermaßnahme folgende Kategorien, sodass Projektideen sich auf eine, mehrere oder auch alle Kategorien beziehen können:

  1. Technische Plattform
  2. Service-Plattform
  3. Kommunikationsplattform

Innerhalb der Förderrichtlinie sollen durch die Partnerschaft von Wirtschaft (v.a. Start-Ups und KMU), Wissenschaft &Hochschulen, Forschungseinrichtungen) und Nutzern Ideen entwickelt werden, wie sich im Kontext von "Interaktive Assistenzsysteme für den Menschen" eine oder mehrere digitale Plattformen umsetzen lassen. Ziel ist der Aufbau eines eigenen Ökosystems rund um Technologien im Alltagseinsatz und im häuslichen Umfeld. Hierbei gibt es eine Vielzahl technischer und nicht-technischer Herausforderungen zu überwältigen. Viele bereits existierende und vielversprechende Ansätze scheitern momentan an fehlender Akzeptanz und der damit einhergehenden fehlenden Verbreitung. Die Wirtschaftlichkeit spielt hier auch eine große Rolle.

Die Förderrichtlinie ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert, für die unterschiedliche Anforderungen gelten. Nur solche Projekte, die in der zweiten Phase gefördert werden, können sich für eine Förderung in der dritten Phase bewerben.

  • Phase 1: Ideenwettbewerb
  • Phase 2: Konzeptentwicklung
  • Phase 3: Förderung der Umsetzung

 

Zuwendungsempfänger

Entsprechend der unterschiedlichen Phasen gelten unterschiedliche Voraussetzungen für die Zuwendungsempfänger.

Für Phase 1 (Ideenwettbewerb) ist keine Förderung vorgesehen.

Antragsberechtigt in Phase 2 (Konzeptentwicklung) sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oder Hochschulen oder außeruniversitäre Forschungs- oder Wissenschaftseinrichtungen (Einzelprojekte).

Antragsberechtigt in Phase 3 (Förderung der Umsetzung) sind Verbünde von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oder Hochschulen und außeruniversitäre Forschungs- oder Wissenschaftseinrichtungen im Verbund mit Unternehmen. Der Konsortialführer muss dabei in Phase 2 bereits gefördert worden sein. Auch in den Phasen 2 und 3 ist die Beteiligung von Start-ups und KMU besonders erwünscht.

 

Verfahren

Phase 1:
Interessenten reichen ihre Kurzkonzepte zunächst beim Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH bis spätestens zum 20. November 2017 ein. Kurzkonzepte, die nach diesem Zeitpunkt eingehen, können möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden.

Phase 2:
In Phase 2 erhalten die ausgewählten Projekte die Gelegenheit, ihr Kurzkonzept zu einer vollwertigen Projektskizze auszuarbeiten, geeignete Projektpartner in das Konzept zu integrieren, erste Machbarkeitsuntersuchungen durchzuführen und das Geschäftsmodell zu konkretisieren. Nach sechs Monaten Projektlaufzeit können sich die Bewerber für die dritte Phase bewerben.

Phase 3:
In Phase 3 erhalten die ausgewählten Projekte die Gelegenheit, ihre geplanten Plattformideen in die Praxis umzusetzen. Gefördert werden die Entwicklung, der Aufbau und die Verstetigung der kreativsten und innovativsten Plattformen „Interaktive Assistenzsysteme für den Menschen“.

 

 

Die vollständige Bekanntmachung können Sie »hier« nachlesen.

 


 

Links:

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1397.html