Förderthemen auf den Punkt gebracht



Elektronik für autonomes elektrisches Fahren (Elektronom)


 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Verbundforschungsvorhaben im Bereich der Elektronikkomponenten und -systeme, zur Realisierung elektrisch angetriebener, vollautomatisierter und autonomer Fahrzeugfunktionen.

 

Gefördert werden industriegeführte, vorwettbewerbliche Verbundprojekte sowie Forschungsverbünde zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit enger Industrieeinbindung. Die Projekte sollen entlang der Wertschöpfungskette von den mikroelektronischen Bauteilen über die Elektronikkomponenten und -systeme bis hin zu ganzheitlichen Ansätzen im Fahrzeug orientiert sein und potenziell einen signifikanten Beitrag in Richtung der Realisierung vollautomatisierter und fahrerloser Funktionen (VDA-Automatisierungsstufen 4 und 5, siehe oben), in Verbindung mit elektrischem Antrieb, im urbanen Kontext leisten. Insbesondere sollen die Projekte nachweislich einen klaren und quantifizierbaren Mehrwert gegenüber dem aktuellen Stand der Technik von Elektroniksystemen und elektronischen Komponenten für die Realisierung autonomer Funktionen in elektrisch angetriebenen Fahrzeugen erreichen. Eine geeignete Demonstration im Kontext der Subsysteme oder, wo notwendig, auch des Gesamtfahrzeugs, soll diesen Beitrag plausibilisieren; allerdings sollte der dafür veranschlagte Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Gesamtaufwand stehen.

Schwerpunkte der angestrebten Forschungs- und Entwicklungsprojekte liegen im Bereich der robusten und kompakten Elektronikkomponenten sowie im Bereich der sicheren, verfügbaren und zuverlässigen Elektroniksysteme für autonomes elektrisches Fahren. Auf Simulation oder Software-Entwicklungen zielende Projektvorschläge ohne wesentliche Forschungsanteile im Bereich der Elektroniksysteme für das autonome Fahren sind nicht Gegenstand der Förderrichtlinie.

 

Elektronikkomponenten für elektrisches autonomes Fahren

Als Schlüsseltechnologie für autonome Fahrentscheidungen unterliegt die Fahrzeugsensorik höchsten Anforderungen an Detektionsgenauigkeit, Robustheit und Zuverlässigkeit, die weit über die existierender Sensorik hinausgehen und intensiver Forschungsanstrengungen bedürfen. Mittels der Umfelderfassung müssen die Fahrzeugumgebung, andere Verkehrsteilnehmer, Verkehrszeichen und außergewöhnliche Situationen wie Baustellen oder eine veränderte Verkehrsführung ebenso wie potenzielle Gefahren in der Fahrspur unter harschen Bedingungen, unterschiedlichen Licht- und Witterungsverhältnissen, bei großen Geschwindigkeitsdifferenzen in komplexen Umgebungen zuverlässig erkannt werden.

Durch die Kombination und Datenfusion unterschiedlicher Sensortechnologien kann ein differenziertes Bild der Fahrzeugumgebung erzeugt werden. Das erfordert eine leistungsfähige Steuerelektronik mit höchsten Ansprüchen an die Funktionssicherheit und Verlässlichkeit der Datenverarbeitung, um die zentrale Informationsfusion und Repräsentation der Fahrumgebung in Echtzeit sowie die darauf basierende Situationsbewertung und Ansteuerung der Aktoren sicherzustellen.

Forschungsbedarf besteht daher z. B. in folgenden Bereichen:

  • Zuverlässige, fehlertolerante, robuste und manipulationssichere elektronische Komponenten für autonomes elektrisches Fahren.
  • Neue Umfeld- und Detektionstechnologien zur Umsetzung von autonomen Fahrfunktionen unter erschwerten Bedingungen.
  • Multi-Sensorik-Systeme mit funktionaler Resilienz durch bauliche Integration.
  • Hochintegrierte und energieeffiziente elektronische Steuergeräte für autonomes elektrisches Fahren.

 

Elektroniksysteme für elektrisches autonomes Fahren

Mit zunehmender Elektrisierung des Antriebsstranges und steigender Umsetzung hochautomatisierter Funktionen bis hin zum autonomen Fahren werden der Energiefluss und die Datenkommunikation über das Bordnetz komplexer. Die Anforderungen an Rechenleistung, Funktionssicherheit, Zuverlässigkeit und Energieeffizienz elektronischer Systeme im Fahrzeug werden erheblich steigen. Um diesen gerecht zu werden, sind neue leistungsfähige Elektroniksysteme erforderlich.

Forschungsbedarf besteht daher z. B. in folgenden Bereichen:

  • Offene, effiziente und skalierbare Elektroniksysteme, die den zukünftigen Anforderungen des elektrischen vollautomatisierten und fahrerlosen Fahrens gerecht werden, über eine breite Fahrzeugpalette angewendet werden können und Fortschritte bei der Entwicklung neuer elektrisch/elektronischer Fahrzeugarchitekturen ermöglichen.
  • Dahingehend sind insbesondere folgende Aspekte von großer Bedeutung: Modularität, Flexibilität, Integrität, Ausbau- und Update-Fähigkeit, elektromagnetische Verträglichkeit, Zuverlässigkeit bei Dauerbetrieb sowie Manipulationssicherheit und Datenverarbeitungskapazität, unter Berücksichtigung der Grundsätze des „Privacy by Design“3.
  • Intelligent fehlertolerante („fail-operational“) elektronische Systemauslegungen, mit Eignung zur Fehlerprävention, Fehlerbehebung und Fehlervorhersage.



Antragsberechtigung und Verfahren

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit FuE4-Kapazität in Deutschland sowie Hochschulen oder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Die Beteiligung von KMU an dieser Fördermaßnahme ist ausdrücklich erwünscht.

Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, kann neben ihrer institutionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden.

Das BMBF ist bestrebt, den Anteil der Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Fachhochschulen und tech­nischen Hochschulen in der Forschungsförderung zu erhöhen. Diese Einrichtungen sind deshalb besonders aufge­fordert, sich an den Verbundvorhaben zu beteiligen.

 

Es handelt sich um ein zweistufiges Verfahren. Die Projektunterlagen müssen bis spätestens 16. Juni 2017 eingereicht werden.

 

 


 

Links:

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1310.html